Ein weiterer Aspekt betrifft die Konzentrationsfähigkeit. Digitale Geräte bieten zahlreiche Ablenkungen, die das vertiefte Lesen erschweren. Ständige Benachrichtigungen, der schnelle Wechsel zwischen Apps oder der Impuls, Informationen sofort weiterzugoogeln, beeinflussen die Aufmerksamkeit. Schulen und Hochschulen experimentieren daher zunehmend mit Lernsettings, die bewusst analoge und digitale Medien verbinden, um die Konzentration zu fördern und gleichzeitig die Vorteile moderner Technologien zu nutzen.
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Langzeitstudien zeigen, dass viele Menschen digitale Texte anders erinnern als gedruckte. Während gedruckte Seiten oft mit einem räumlichen Gedächtnis verknüpft werden – man erinnert sich etwa daran, auf welcher Seite oder an welcher Stelle ein Abschnitt stand – wirkt dieser Effekt bei Bildschirmen schwächer. Das bedeutet nicht, dass digitales Lesen weniger effizient ist, aber es verlangt andere Techniken, etwa das bewusste Strukturieren von Informationen, das Erstellen eigener Notizen oder die Nutzung digitaler Markierungen.
Die Entwicklung digitaler Lesekompetenz betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern alle Altersgruppen. Lebenslanges Lernen gewinnt an Bedeutung, da sich Berufsbilder, Technologien und gesellschaftliche Anforderungen laufend verändern. Daher setzt moderne Bildungspolitik verstärkt auf Programme, die digitale Lese- und Informationskompetenz fördern. Ziel ist es, Menschen zu befähigen, Inhalte in einer komplexen Informationswelt selbstbestimmt, reflektiert und sicher zu nutzen. Diese Kompetenzen gelten inzwischen als Grundlage dafür, Wissen langfristig aufzubauen und gesellschaftliche Entwicklungen besser einordnen zu können.
